Freitag, 4. März 2016

Noch vor Mitternacht in Kazan

Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 43 km/h erreichte mein Schnellzug pünktlich sein Ziel: Kazan. Richtiger gesagt: Ich durfte aussteigen. Der Zug ist noch bis übermorgen nachmittag halb drei unterwegs an seinen Bestimmungsort in Sibirien. Pater Diogenes und eine Jugendliche aus der Gemeinde holten mich ab. Sie kamen gerade aus der Kirche, wo noch bis morgen Abend gebetet wird. "24 Stunden für den Herrn" heißt diese - ich glaube, erst im vergangenen Jahr von Papst Franziskus ins Leben gerufene - Aktion vor dem 4. Fastensonntag, die zur Begegnung mit Christus im Bußsakrament und in der Eucharistie führen soll. Stundenweise haben sich Gemeindemitglieder in eine Liste eingetragen, so dass immer zumindest jemand in der Kirche vor dem ausgesetzten Allerheiligsten betet. Die Bahnfahrt gab mir Gelegenheit zum Lesen. Ein interessantes Buch wurde mir gerade letzte Woche geschenkt: über den stillsten aller Orden, und über seinen Lebensstil, der sich innerhalb von fast 1000 Jahren kaum verändert hatte, nämlich bis zum II. Vatikanischen Konzil. Die Karthäuser.