Sonntag, 20. März 2016

Palmsonntag im Schnee

Wenn ich den Plänen für heute glauben soll, komme ich später am Tag nicht mehr zum Schreiben. Im sonnig winterlichen Park, vor dem Eingang ins Gemeindezentrum unserer Pfarrei in Rostow-am-Don, werde ich die Zweige (was werden das für Zweige sein?) in den Händen der Gläubigen segnen, bevor unsere Palmsonntags-Prozession zum großen Eingang der Kirche und dann hinein zum Altar führt. In einer liturgischen Art von Zeitraffer werden wir uns heute die Karwoche vor Augen halten und, so gut jeder kann, zu Herzen nehmen. Direkt im Anschluss an die Messe werden wir weiter beten, einer polnischen und hier üblichen Tradition in der Fastenzeit entsprechend. Nach kurzen Begegnungen in Gruppen und dem Mittagessen fahre ich nach Krasnodar. Der Pfarrer gibt mir sein Auto. Er kommt morgen früh mit einem Mitbruder aus dem Dekanat nach. Nach ca. 5 Stunden, gegen 18.00 Uhr, bin ich dort. Für den Abend sind Gespräche mit Priestern geplant, die schon heute zur Weihe der heiligen Öle anreisen. - Zu einem der drei Fotos habe ich noch nichts gesagt: Das Häuschen mit dem Obergeschoss unterm Dach,... Hier lebten die Seelsorger und versammelte sich die Gemeinde, als die Kirche gebaut wurde. Ich habe da auch mehrmals unterm Dach geschlafen. Das einzige Bad im Haus ist nicht größer als ein WC im Zug. Die Dielen und Wände knarrten schon damals. Auch heute ist das Haus bewohnt.