Donnerstag, 31. März 2016

Priesterdonnerstag

Kaum sind die großen drei österlichen Tage vorbei, da begehen wir schon den "ersten Donnerstag", auch Priesterdonnerstag genannt, weil an diesem Tag besonders um Priesterberufungen, aber auch um geistliche Berufungen allgemein gebetet wird. Zum ersten Donnerstag gehören in der Folge auch der erste Freitag (Herz-Jesu-Freitag) und der erste Samstag (Mariensamstag) des Monats. Am ersten Sonntag gab es, als ich 1991 nach Marx kam, jeweils eine kleine Prozession. Die drei Tage gehören zusammen, wie das österliche Triduum. Orientierungspunkt ist der Freitag. Wenn er schon im neuen Monat liegt, wie morgen, dann ist der Donnerstag vorher (heute) als "erster Donnerstag" zu zählen. Viele Pfarrgemeinden bei uns in Südrussland haben mit ihrer Wiedergeburt nach den Jahrzehnten der Kirchenverfolgung eine besondere Beziehung zur Eucharistie. Die eucharistische Anbetung heute ist da fast selbstverständlich. In manchen Ordengemeinschaften wird sogar den ganzen Tag über gebetet. Im Marxer Kloster beten die Schwestern 24 Stunden vor dem in der Monstranz ausgesetzten Allerheiligsten. Stundenweise können sich die Schwestern eintragen, wann es ihnen recht ist. Interessant, dass die schwierigsten Nachtstunden in der Regel am schnellsten belegt sind. Ein schönes Beispiel dafür, wie die Schwestern in die Jugendseelsorge involviert sind, bemerkte ich am Abend, als mehr Jugendliche als Schwestern um den großen Tisch im Refektorium saßen. Einmal im Monat, eben am ersten Donnerstag, kommen sie zum Abendessen und bleiben zum Beten mit den Schwestern, nachts, wo sie doch eigentlich schlafen könnten.