Montag, 21. März 2016

Priestertag (I) in Krasnodar

Jedes Jahr am Montag in der Karwoche bin ich in Krasnodar, seit 1999. Im Gedenken an die Einsetzung des Weihesakraments und zur Weihe der drei heiligen Öle für den liturgischen Gebrauch im Laufe eines Jahres, soll sich jeder Diözesanbischof am Gründonnerstag Morgen mit all seinen Priestern versammeln. In so großen Bistümern wie in Russland ist das unmöglich. Die Seelsorger kämen nicht mehr pünktlich nach Hause, um die Liturgie vom letzten Abendmahl und - manche sogar - die vom Karfreitag mit ihren Gemeinden zu feiern. Auch das einfache Vorverlegen würde nicht ausreichen. Darum haben wir geteilt: Wer es näher nach Krasnodar hat, kommt Montag dort hin, die anderen Dienstag nach Saratow. In der Moskauer und in der Irkutsker Diözese gibt es sogar je drei solche Feiern.
Obwohl ich heute eine Stunde mehr Zeit hatte, (ich hatte ein Ticket mit einer kleinen Fluggesellschaft nach Moskau kaufen können), schien mir zu wenig Zeit zu sein. Ich hatte mir Vieles notiert, was ich mit allen besprechen wollte. Und es gab eine Warteschlange für Einzelgespräche. Schon gestern abend hatten wir mit Gesprächen begonnen. Fast alle waren schon am Vorabend gekommen, obwohl die Räume zum Übernachten im Krasnodarer Pfarrhaus ein wenig an Jugendherbergen in der DDR erinnern. Die heutige Liturgie mit der Pfarrgemeinde war schön. Nicht wenige hatten sich frei dafür genommen. Zum Schluß schenkte die Gemeinde jedem Priester eine weiße Rose. 
Wenn ich kurz nach 22.00 Uhr in Saratow landen werde, werden auch dort schon einige Priester dasein. Ein bißchen Osterfreude schimmert bei diesen Treffen schon durch.