Freitag, 18. März 2016

Über den Wolken

Handyfoto bei schwachem Licht
und schmutziger Scheibe :-( 
Manchmal schläft sich's im Flugzeug besser als im eigenen Bett. Das hat wohl was mit "Über den Wolken..." (Reinhard Mey) zu tun. Die offenen Gepäckablagen (wie im Bus) deuteten zwar auf das Baujahr der Maschine hin, machten es aber nur noch gemütlicher. Ich bin dabei, mich auf "Sankt Josef" einzustellen, das morgige Hochfest, kurz vor der Heiligen Woche. Ich werde es in Rostow-am-Don feiern, mit vier Salesianern und ihrer Gemeinde. Auch zum Palmsonntag bleibe ich dort. Erst am Sonntag Nachmittag fahre ich weiter nach Krasnodar. Das ist die Nachbarpfarrei, knapp 300 km südlicher. Dort versammeln wir uns dann am Montag mit den Priestern des Bistums, die schon Frühling in ihren Regionen haben. Zum Dienstag kehre ich zu den Mitbrüdern im Nordteil zurück, die noch mit Spikes in ihren Winterreifen anreisen werden. In den kommenden Tagen wird viel Gelegenheit zum zumindest kurz Sprechen sein. Zwei Priester werden kommen, um mir zu sagen, dass sie das Bistum verlassen wollen. Und ich weiß, dass ich sie nicht halten kann.
Noch zwei Stunden warte ich in Moskau auf den Weiterflug nach Rostow, wo ich morgen früh 0.20 Uhr vom Pfarrer am Flughafen abgeholt werde. Vorher aber geht's nochmal über die Wolken...
--------------------------------------------------------------
Trauriger Nachtrag am Samstagmorgen: Anderthalb Stunden nach unserer Landung, misslang der erste Landeversuch einer anderen Maschine. Zwei Stunden spaeter verunglueckte sie unweit der Rollbahn. Der Flughafen ist gesperrt. Wir beten heute hier in Rostow fuer die 61 Toten.