Freitag, 29. April 2016

Anreise Taganrog

Großstädte am frühen Morgen haben etwas Ungewöhnliches an sich: Die Stille. Als ich mich um 5.00 Uhr ins Auto setzte und den Kirchturm von St. Nikolaus fotografierte, über dem gerade ein Flugzeug seinen Kondensstreifen zog, war es längst hell in Wolgograd, auch wenn der Sonnenaufgang erst kurz bevor stand. Und es war still und leer in der Stadt.
Ohne zu eilen erreichte ich Taganrog zur Mittagszeit. Dass schon Gäste aus Kroatien, Holland und Deutschland (Gera und Löbau) da waren, hatte ich nicht vermutet. Es ist schon ein Fest, eine Kirche zu weihen! Übermorgen ist es so weit. Morgen und übermorgen werden weitere Delegationen hier am Asowschen Meer erwartet: Anapa, Kazan, Pyatigorsk, Rostow,... habe ich gehört.

Sowohl die Generaloberin als auch die Provinzoberin unserer Taganroger Karmelitinnen sind zum Fest angereist. Mit ihnen feierte ich am Nachmittag Eucharistie in deren Hauskapelle. Dominierende Sprache am Abend war dann Deutsch. Löbau und Gera-Lusan sind Partnergemeinden von Taganrog. Weil heute Freitag ist, gab es Schaschlyk auf besondere Art: Fisch aus dem Asowschen Meer. Unter der Vielzahl von Themen, über die wir uns beim Essen austauschten, berührten mich (ein wenig melancholisch) die unerwarteten Fotos vom Magdeburger Norbertinum, in dem ich 1981 das Abitur gemacht hatte: Urwald und verfallene Häuser - mehr ist nicht geblieben vom einstigen "Spätberufenen-Seminar" aus DDR-Zeiten.