Freitag, 8. April 2016

"denn die Armen habt ihr immer bei euch" (Mt 26,11)

Ich komme gerade vom Kauf eines neuen Caritasbüros in Saratow zurück. In ca. zwei Wochen bekommen wir die Eigentumsurkunde. Drei Minuten von den schon im letzten Sommer erworbenen Räumen, und demzufolge vier Minuten (Fußweg) von der Kathedrale entfernt, planen wir Diözesan- und Regionalcaritas zusammenzulegen. Die Lage und die Anzahl der Räume bilden sehr gute Voraussetzungen für eine intensive Zusammenarbeit mit Bistumsverwaltung und Pfarrei, was auch "Pfarrgemeinde" bedeutet. Auch neue Projekte bekommen so eine Chance, wie z. B. das der Sprechstunden für Menschen in sozialen Nöten, - ein Dienst, der in Krisenzeiten noch mehr Bedeutung hat als vorher.
Mit Spendenaufrufen für "Räume" kann man keine großartige Reklame machen. Erfahrungsgemäß und verständlicher Weise orientieren sich auch Hilfswerke immer mehr auf Projekte aus "lebendigen Steinen", was theoretisch gut nachvollziehbar ist, auch hier bei uns, nach 25 Jahren Wiederaufbau kirchlicher Strukturen in Russland. Dennoch wird es so bleiben, dass wir in unserer 0,05%-Diaspora (21.000 von 45.000.000 sind katholisch) auf die Hilfe unserer Brüder und Schwestern aus anderen Ländern angewiesen sind. 
Das Foto hat natürlich nichts mit den heute gekauften Räumen zu tun. Als ich vor ein paar Minuten nach Hause kam, fiel mir die schwarze Katze neben der grünen Bierflasche auf, die auf dem Baumstumpf vor meinem Nachbarhaus saß. Obwohl man ihn nicht sieht, fiel mir ungewollt ein Bezug zum Leipziger Katholikentag auf: "Seht, da ist der Mensch". Komisch, wenn einer sagt "Seht!" und die anderen sehen nichts. Aber das gibt's ja öfters.