Dienstag, 5. April 2016

Der 5. April

Im neuen Gemeindezentrum in Taganrog ist fast alles zur Kirchweihe bereit. Am 1. Mai wird es so weit sein, gerade wenn unsere orthodoxer Brüder und Schwestern Ostern feiern. Die spürbare Eile hat guten Grund, denn noch im April werden wir alle fast eine Woche lang abwesend sein, nämlich, wenn ich die Priester und Ordensleute zur jährlichen Pastoralkonferenz bitte. Heute Abend fegte Schwestern Augustina, eine Karmelitinnen aus Kroatien, nach den Handwerkern das kleine Kirchlein aus, das ich dann also in knapp vier Wochen der Heiligsten Dreifaltigkeit weihen werde.
Pater Raul schickte mir das aktuelle Bild als Anhang zu einer E-Mail, in der wir uns eigentlich wegen der Sorgen des heutigen Tages austauschten. Absichtlich, wahrscheinlich. 
Unabhängig davon hatte der Tag heute einen stillen Grund zum Danken. Genau vor 25 Jahren, am Abend, traf ich zum ersten Mal in meinem Leben in Marx ein, was in der Folge unübersehbare Auswirkungen über dessen weiteren Verlauf hatte. Die erste Nacht schlief ich in einem quasi fensterlosen Zimmer auf einer durchhängenden Matratze, zwischen aufgetürmten Kisten "humanitärer Hilfe". Inhalt: Feinste Schweizer Schokolade. Problem: Ein paar Mäuse knabberten nachts daran.