Donnerstag, 5. Mai 2016

Ziel und Anfang

Was haben diese beiden Fotos gemein? - Das Motiv. Beide Künstler haben sich von der Begegnung des jungen Mose mit Gott inspirieren lassen, als jener die Schafe seines Schwiegervaters hütete. Da brannte ein Dornenstrauch in der Steppe. Er brannte und verbrannte doch nicht. "Zieh' deine Schuhe aus. Hier ist heiliger Boden", rief Gott dem Hirten aus dem Feuer zu. Als ich 16 war, betete ich oft in Grimma/Sachsen in der Sakramentskapelle unserer Dreifaltigkeitskirche, (Foto links). Um den Tabernakel herum hatte der Künstler aus rotem Glas den brennenden Dornbusch gestaltet. Dort klärte sich mein Wunsch, ins Priesterseminar zu gehen, 1978. Dieser Tage (38 Jahre später) fand ich das "Bild" wieder, nur in mehr naturalistischer Form, und zwar in der Dreifaltigkeitskapelle unserer Pfarrei in Taganrog, (Foto rechts). Gott - der "ich bin da", bei uns, in besonderer Weise in der Eucharistie.
Ich bin heute den ganzen Tag unterwegs. Himmelfahrt. (-: Darum habe ich die heilige Messe für mein Bistum heute vermutlich als Erster in demselben gefeiert. Selbst im Osten, wo uns die Pfarreien um zwei Stunden voraus sind, war es noch nicht 7.00 Uhr, als ich in meiner kleinen Kapelle am Altar stand, am Dornbusch.
Gott sagte zu Mose: "Geh'..." Jesus sagte es auch zu seinen Jüngeren, kurz vor seiner Himmelfahrt. Und es ist angeblich das häufigste Wort in den Predigten von Papst Franziskus: "Geht!" Als ihn der Pfarrer von Taganrog bei der Generalaudienz am 20. April kurz begrüßte - die beiden sind Landsleute, antwortete ihm Franziskus väterlich: "Arbeitet!" Und auch gestern auf dem Petersplatz war das Rausgehen Thema. Es hat aber nur (bzw. erst) Sinn, wenn wir drin waren und gelernt haben, "unsere Schuhe" auszuziehen, "alte" und neue.