Montag, 20. Juni 2016

Hier wollte ich eigentlich gestern gewesen sein ...


... in Novosibirsk, beim 25-jährigen Weihejubiläum von Bischof Joseph Werth. Aber das Flugzeug  am Samstagabend war defekt, und mit dem nächsten wäre ich zu spät gekommen. (Es sind 5,5 Flugstunden von Saratow bis Novosibirsk, plus Umsteigezeit in Moskau.) 
Ich erinnere mich an manche Einzelheiten des damaligen 16. Juni 1991 in Moskau, also vor 25 Jahren. Ich hatte bei den Schwestern von Mutter Theresa übernachtet. Die Marxer Pfarrgmeinde war zur Bischofsweihe ihres Pfarrers mit zwei Wagons der Bahn gekommen, 16 Stunden Fahrt. Erstmals zeigten sich die Eucharistieschwestern nicht mehr, wie Jahrzehntelang im Untergrund, in ziviler Kleidung, sondern im Ordensgewand. "Pater Joseph" bekam eine ungewöhnlich hohe Mitra aufgesetzt, bevor er zum ersten Segen durch die Sankt Ludwigskirche schritt. Für die ganze Marxer Pfarrgemeinde gab es im Anschluss ein Mittagessen im Hotel "Rossia" am Roten Platz. Als Nachspeise gab es Eis! Wir mussten lange darauf warten, aber es war eine solche Besonderheit, dass die Leute fast zu spät zum Zug gekommen wären. Meine Koffer reichte ich hinein, als er schon anfuhr. Koffer - weil ich am Umziehen war, von Dsuchanbe nach Marx. Ich selbst flog am nächsten Tag hinterher. Zwei Schwestern holten mich, ihren neuen Pfarrer, vom Flughafen Saratow ab.
Erzbischof Kondrusewicz hat in den vergangenen Tagen in Novosibirsk einen inhaltsreichen Vortrag zur Geschichte der katholischen Kirche in Russland, von den Anfängen bis heute, gehalten. Ich habe ihn im Internet gelesen. Wie man auf den Fotos sieht, war es ein großes Fest, gestern: Link zu den Bildern.