Montag, 18. Juli 2016

Beten wir für einen verstorbenen Bischof

Früh am Morgen erreichte mich die Nachricht vom Tod Bischof Nikolaus Messmers in Bischkek, Kirgisien. Wir hatten uns 1991 bei Exerzitien für deutschsprachige Priester aus der Sowjetunion kennengelernt, in Duschanbe. Wir lebten weit auseinander. "Einander fern" - wäre trotzdem nicht richtig gesagt. Wenn ich manchmal davon spreche, dass die (speziell auch geistliche) Einsamkeit für katholische Priester in Russland eine besondere Herausforderung ist, dann muß man doch wohl sagen: Im fernen Kyrgistan ist sie das noch weit mehr.
Ich schreibe, weil ich viele um ihr Gebet bitten möchte, für Bischof Nikolaus (*19.12.54) und für Familie Messmer, seine Mutter und Geschwister.
Im Folgenden, das was man bei Wikipedia über das Leben des mit 61 Jahren Verstorbenen schreibt, versehen mit einem Bild von "Kirche in Not". Bischof Nikolaus - ruhe in Frieden.

Nikolaus Messmer stammt aus einer wolgadeutschen Familie (Anm.: Die Eltern stammen aus der Ukraine, sind demnach genau genommen Schwarzmeerdeutsche, nicht Wolgadeutsche), die unter der Diktatur Stalins nach Kasachstan deportiert wurde. Er trat 1975 der Ordensgemeinschaft der Gesellschaft Jesu bei, legte 1978 die Profess ab und empfing am 28. Mai 1989 die Priesterweihe. Nach seelsorgerischer Tätigkeit in der Pfarrei „Erzengel St. Michael“ in Bischkek, der einzigen katholischen Kirche in der Kirgisischen Republik, war er von 1997 bis 2001 und von 2004 bis 2006 Rektor des Kleinen Seminars in Nowosibirsk, Russland. Von 2001 bis 2004 absolvierte er ein Promotionsstudium in Spiritualität an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.
Papst Benedikt XVI. löste am 18. März 2006 die Mission sui juris in Kirgisistan unter Leitung des Jesuiten Aleksandr Kan auf, richtete die Apostolische Administratur Kirgisistan mit Sitz in Bischkek ein, ernannte Nikolaus Messmer am 18. März 2006 zum Titularerzbischof von Carmeiano und bestellte ihn zum ersten Apostolischen Administrator der Apostolischen Administratur Kirgisistan. Die Bischofsweihe spendete ihm am 2. Juni 2006 Kardinalstaatssekretär Angelo Kardinal Sodano; Mitkonsekratoren waren Józef Wesołowski, Apostolischer Nuntius in Kirgisistan, und der Erzbischof von Karaganda Jan Pawel Lenga MIC. Zudem waren Henry Theophilus Howaniec OFM, Bischof von Almaty, Kasachstan, und Athanasius Schneider ORC, Weihbischof im Bistum Karaganda in Kasachstan, anwesend.
Ein Bruder Niklaus Messmers, Otto Messmer SJ (* 1961), wurde am 27. Oktober 2008 in Moskau ermordet. Er war zu diesem Zeitpunkt Oberer des Societas Jesu in Russland. Sein Bruder Hieronymus Messmer gehört zur Deutschen Provinz der Jesuiten.