Donnerstag, 7. Juli 2016

Ganz kurz zwischen gestern und morgen

Es kann schon mal vorkommen, dass der Zeitraum zwischen zwei meiner Reisen so klein ist, dass ich es nicht bis ins Büro schaffe. Heute habe ich es nicht einmal nach Saratow geschafft, denn morgen früh soll es spätestens um 6.00 Uhr von Marx aus losgehen, mit Caritasdirektorin und einer Schwester im Auto nach Orsk. Eine der längsten Strecken im Bistum, wenn man von Saratow aus rechnet! Wahrscheinlich übernachten wir unterwegs in Orenburg... Durch die Mittel der modernen Kommunikation konnte ich meinen "Schreibtisch" heute aber für ein paar Stunden nach Marx verlagern. Außerdem hatte ich heute hier sowieso drei ganz verschiedenen Terminen nachzukommen. Auch in die Autowerkstatt musste ich nochmal. 
Oft habe ich heute an gestern zurückgedacht. Die meisten Begegnungen dort in der Zone waren sehr menschlich, nicht nur die mit den Gefangenen. Wie Geschichte aufgearbeitet wird, kann ich demnächst in einem großen Buch nachschauen, das ich geschenkt bekam. Es wurde aus Anlaß des 85-jährigen Bestehens der Gefängnisse im Wald von Mordowia herausgegeben. Wer nachrechnet, kommt auf das Gründungsjahr 1930. Und wer nachdenkt, ... 
Auch das Bild ist von gestern. Ich habe noch viele andere, aber ich bin mir nicht sicher, ob man sie veröffentlichen darf. Darum lieber ein neutrales aus der Predigt.
In der Marxer Pfarrei war es heute ausgesprochen still. Die Kinder, genauer, die 12 bis 14-Jährigen übernachten noch einmal in Zelten, etwas 30 km von der Stadt entfernt. Letzte Nacht hatten sie nach einem heißen Tag nur 10 Grad da draussen... (aber, man sollte ja möglichst Optimist sein) ... und keine einzige Mücke.