Donnerstag, 7. Juli 2016

Tief im Wald

Ungefähr 15 Gefangene waren es, die gestern zur Messe kamen. Erstmals zelebrierte ich in unserer (der in Russland einzigen) katholischen Gefängniskirche in russischer Sprache, denn die Zusammensetzung der zurzeit dort lebenden hat sich geändert. Den größten Anteil bilden jetzt Männer aus Lateinamerika. Ich selbst spürte bei der gestirgen Begegnung, wie sehr die Botschaft vom "Jahr der Barmherzigkeit" auch und besonders an solche Orte adressiert ist, und wie sehr unser Papst Franziskus ein Herz für die Armen am Rand der Gesellschaft hat. 
Mit der Leitung der "Kolonie" (es gibt über 20 davon, dort in Mordovien) besprachen wir die nötigen Reparaturarbeiten an unserer Kirche, die umgerechnet etwa 1.000 Euro kosten werden. Pater Caruso brachten wir anschließend wieder zum nächstgelegen Bahnhof, wo er noch bis spät abends warten mußte. Und dann blieben an die 500 km ermüdenden Heimwegs zwischen LKW'S auf dem Weg von Moskau nach Sibirien, und gestressten Urlaubsreisenden, die tagelang unterwegs sind. Alles in allem waren es 1.290 km Landstraße, vorgestern und gestern. Eigentlich nicht zu viel, auf zwei Tage verteilt.