Donnerstag, 11. August 2016

Hausbesuch

Selten, aber doch von Zeit zu Zeit, gelingt es mir, einen Besuch bei Leuten aus der Pfarrgemeinde zu machen - in Saratow, meine ich. Mein Namenspatron, der heilige Clemens Maria Hofbauer (+1820) hatte sehr viel Wert auf diese Form von Seelsorge gelegt. Und ich kann verstehen, warum. 
Schon lange wollte ich einmal bei Galina Wasiljewna und ihrem Sohn vorbeischauen. Er arbeitet dort, wo auch sie bis zur Rente angestellt war: im ältesten Kunstmuseum Russlands, dem Radischtschew-Museum in Saratow. Mehrmals hatte ich Anlauf genommen, über Jahre hinweg. Es war der guten Frau immer irgendwie zu "unheimlich", so hohen Besuch in ihrer einfachen Wohnung zu empfangen. Als wir heute zusammen um ihren Tisch herum saßen, hörte ich von einer für demnächst geplanten Ausstellung von Bildern aus dem Archiv des 138-jährigen Museums, die auf der Rückseite teilweise mit diesem Vermerk gekennzeichnet sind: "aus der katholischen Kirche". 
Solche Hausbesuche machen uns mehr zu dem, was wir "Brüder und Schwestern" nennen. Mir hilft es unter anderem, besser zu verstehen und dankbarer zu sein. - Zwei Stunden später hatte ich Besuch: fünf Priester saßen mit mir um den Mittagstisch.