Donnerstag, 18. August 2016

Klarheit betreffs der eigenen Taufe

Kann doch heutzutage nicht mehr sein, dass jemand nicht weiß, ob er/sie getauft ist oder nicht! Und wenn, ...! Irgendwo gibt es Leute, die es bezeugen können, Herkunft, Bücher, in die es eingetragen wurde, Fotos, ... Und wenn nichts hilft und keiner da ist, der etwas dazu sagen könnte? In Ausnahmefällen trifft dann die Regelung der sogenannten bedingungsweisen Taufe zu. Wenn also auf keinerlei Weise festgestellt werden kann, ob jemand getauft ist oder nicht, gleichzeitig aber nur eine gültige Taufe im christlichen Leben möglich ist, dann greift die o.g. Regelung. Die bedingungsweise Taufe unterscheidet sich kaum von der gewöhnlichen. Heute, am Tag der heiligen Helena, hatten wir ein solches Fest. Eine Frau, Großmutter, Witwe, die seit 18 Jahren zur Kirche kommt, machte sich seit ein paar Monaten Vorwürfe, dass sie sich nie deutlich ausgedrückt hätte. Ob sie getauft sei oder nicht - dafür wollte sie die Hand nicht ins Feuer legen. Im Gegenteil, es war für sie ein Fegefeuer, den Gedanken zu denken: "Es kann sehr wahrscheinlich sein, dass ich nicht getauft bin." Alle Gegenargumente, die wir ihr vorlegten, beruhigten sie nicht mehr. Es sei dazu gesagt, dass kein Zweifel an ihrer diesbezüglichen Gesundheit besteht. Im Jahr der Barmherzigkeit haben wir zumindest diesem Leiden heute ein Ende gesetzt. Es war - auch wenn das Wort nicht ganz üblich ist - eine glückliche Feier. Nach der Messe in der Marxer Klosterkapelle und einem gemeinsamen Frühstück, fuhr die Frau mit ihrer Taufurkunde in der Handtasche nach Hause in ihr Dorf, per Anhalter, 35 km, so, wie sie auch am Morgen gekommen war.