Freitag, 26. August 2016

P.S.

Zum vorhergehenden Eintrag: Ich bin der Sache mit den Schulbüchern nachgegangen. Jene Schülerin hatte manche Bücher gekauft, andere aber doch nicht bekommen. Angeblich hat jede Schule ihren eigenen Fond für Kinder aus sozial schwachen Familie. Und dessen Inhalt entscheidet, wieviele Kinder eine Unterstützung - sprich: kostenlose Bücher - bekommen. Auch wer nicht zu Arbeitseinsätzen war, könne bekommen, aber er müsse darum kämpfen, hieß es. Anstelle von Büchern gibt es jetzt häufiger sog. "Lehrhefte". Die seien jedes Jahr etwas anders und können deshalb nicht mehr, wie vorher, von einem zum anderen weitergegeben werden. Es gibt Schulen, z.B. in armen Dörfern (gerade dort!), die gar keinen Fond haben. Dann müssen die Eltern selber zusehen. Wie? Fragen Sie mich nicht! Zwei Mütter waren heute mit ihren Kinder in der Stadt zum Einkaufen. Für einen Teil der Bücher hats gereicht. Für Stifte, Schreibhefte, Farbkasten und Plastilina nicht. Ein Blick auf die zerissenen Schuhe und Hosen der Jungs sprach weitere Bände. Solche Sorgen sind Sache anderer, aber Kirche ohne "Caritas" - wir hatten das vor Jahren mal mit "barmherzige Liebe" übersetzt - ist auch keine Kirche. Darum wage ich es, wieder einmal an den Verein meines Bruders in Heiligenstadt zu erinnern, der das Stichwort "Schulkinder" schon kennt.