Sonntag, 14. August 2016

Sonntagabend in Baschkortostan

Der Besuch bei Oma Helene (86) ist in Alexejewka obligatorisch, seit sie nicht mehr zur Kirche kommen kann. Seit sie sich nicht mehr allein versorgen kann, ist ihr Sohn Hans zu ihr gezogen und kümmert sich um seine Mutter. Das Foto vom Hof vor dem Haus könnte im übertragenen Sinne in die Kategorie "Stillleben" passen, zum Beispiel unter dem Titel "Frieden ist möglich". (-: Anklicken und Vergrößern lohnt sich.


Oma Helene erzählte mir heute nach Empfang der Krankenkommunion vom Grab ihrer Mutter, "drüben in der Neun". Früher hatten die Dörfer hier keine Namen, sondern Nummern. (Alexejewka war die "Acht".) Das Dorf sei längst platt gemacht. Der Friedhof aber ist noch da. Leider wachsen heute überall wilde Kirschbäume aus dem Boden. Es gibt keine Kreuze oder Grabsteine dort. (Was es gab, ist verfault oder zertrümmert.) Die Gräber anderer Verwandter sind nicht mehr zu erkennen. Trotzdem war sie auch in diesem Jahr einmal dort.
Auch morgen, am eigentlichen Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, werde ich noch in Alexejewka bleiben. Bin ich doch einen Tag später als gewöhnlich eingetroffen. Die Rückfahrt ist für Dienstag geplant.
Was ich gern noch weitersagen möchte: Alexejewka, ein vergessenes Dorf, hat heute eine lebendige Pfarrgemeinde, die zudem und zur Freude aller wächst.