Sonntag, 14. August 2016

Vor 20 Jahren wurde das Kirchlein "Mariä Himmelfahrt" in Alexejewka geweiht

In Alexejewka ein passendes Foto aussuchen, ist immer schwer. Nehmen wir dann erstmal eins von vor 20 Jahren. Auf drei großen Leinwänden vor der Kirche war die gesamte (neue) Geschichte der Pfarrgemeinde in Bildern dargestellt. Drei Schwestern aus Marx, wozu Alexejewka anfangs als Außenstation gehörte, 850 km entfernt!, gehen hier in der Prozession gleich hinter dem Kreuz. Dann folgen Schwestern der Familie Mariens. Ganz hinten: Bischof Paul M. Hnilica. Sakristei war demnach das sogenannte Hochzeitshaus, der größte öffentliche Saal im Dorf, in dem ich zwei-drei Jahre früher der erste Trauung seit über 60 Jahren in diesem katholischen Dorf assistiert hatte. Wozu 1996 noch eine Kirche? Die Leute waren am Auswandern, einer nach dem anderen, alles Deutsche. - Heute war die Kirche übervoll. Und so nun noch ein paar heutige Eindrücke. Die Bürgermeisterin war zur Messe gekommen, und auch die tatarische Lehrerin, die mich und die Schwestern bei unserem ersten Besuch 1992 in die Schule einlud. Zwei Mädchen wurden heute gefirmt. Zum Mittagessen hatten zwei Männer aus der Gemeinde einen großen Trog Plow zubereitet. Getrunken wurde Kwas, ein erfrischendes Getränk aus gegorenem Brot. Ein kleines Theaterstück zeigte das Leben der hl. Theresa von Kalkutta. Singen und musizieren durfte dann jeder, der mochte. An die 20 Personen aus der Nachbarpfarrei Ufa (80 km) waren gekommen. Und manche Kinder brachte Bruder Martin nach der Feier nach Hause: in ein anderes Dorf, 110 km von Alexejewka.