Sonntag, 25. September 2016

"1 Priester auf 20 Katholiken"

So war das Verhältnis heute in unserer Sonntagsmesse. Am Altar standen wir zu fünft. In den Bänken waren es etwa 100 Gläubige, hier in Saratow. Der Pfarrer und ich - das wäre noch nichts Besonderes gewesen. Dazu kam der neue Generalvikar, der noch beim Auspacken seiner Taschen ist. Und sein Vorgänger, jetzt Pfarrer in Stawropol, kam auch für ein paar Stunden vorbei, mit dem Flugzeug, wegen einer ganz dringenden Unterschrift unter ein Projekt, das er in Deutschland einreichen will. Und der Fünfte im Bunde war Pater Ondrej, ein slowakischer Priester, der vorerst für drei Monate bei uns ist, zum Schauen. 
Weil es der erste Sonntag für Pater Diogenes, den Generalvikar, in Saratow war, wurde er anschließend herzlich im Vorraum der Kirche begrüßt. Auch nahm er die Gelegenheit sofort wahr, am sonntäglichen Treffen der ausländischen Studenten teilzunehmen. Da er 5 Sprachen spricht, ist das ein großer Gewinn für die Gruppe.
Hätte da heute nicht der eine oder andere in eine priesterlose Gemeinde fahren können, wo keine Messe ist? Die nächstgelegene solche Gemeinde befindet sich 200 km von Saratow entfernt. Und dahin ist der Pfarrer jetzt gerade unterwegs. Nachts kommt er zurück.  
(Das heutige Foto unserer Kathedrale in Saratow stammt vom Sommer letzten Jahres und ist vom Dach der gegenüberliegenden Bank aufgenommen. Links im Hintergrund sieht man die Wolga. Im Gebäude mit der teilweise blauen Fassade befindet sich mein neues Büro.)