Samstag, 3. September 2016

Ökumene am Samstag


Nach der Frühmesse im Kapuzinerkonvent wurde es ökumenisch, und zwar den ganzen Tag über. Mit Pater Marek, dem Pfarrer, besuchte ich den orthodoxen Bischof Andrej, der heute zum Stadtfest nach Woronezh gekommen war. Und anschließend fuhren wir in zwei seiner Klöster am Don: ein Frauen- und ein Männerkloster. Was beide gemein haben ist, dass sich ihre historischen Räume unter der Erde befinden, in Kreidefelsen gegraben. Das "Labyrinth" des Männerklosters hat 40 Kapellen und soll einem neunstöckigen Haus mit drei Eingängen entsprechen. Es ist zu spät, um ausführlicher zu erzählen. Wir waren erst kurz vor elf am Abend heimgekehrt.

Schneller Zusatz vom Sonntagmorgen. Erst ein paar Worte zu den drei kleineren Fotos von oben nach unten, dann zum großen, dann zu den beiden schmaleren unten rechts.

L.o.: Das Männerkloster am Don war schwer zu erreichen. Busse fahren sicher nicht hier her. Unterwegs begegneten uns Pilger zu Fuß. Von der großen Fläche, auf der einst große Kirchen standen, nämlich bevor hier alles von sozialistischen Jugendbrigaden dem Erdboden gleich gemacht wurde, führt eine Treppe zum Eingang der Höhlen. L.m.: Die Wege im Kreidefelsen führen ständig nach rechts und links und nach unten. Das Kloster hatte einen Ausgang am Ufer des Don. Fast alle Verzierungen der Gewölbe und Kapellen sind zertrümmert, viele Gänge bis heute verschüttet. Besonders im Winter graben die Mönche und freiwillige Helfer nach dem Ursprünglichen. L.u.: In einer der unterirdischen Kirchen des Frauenklosters. Die ikonenartigen Reliefs sind aus den Kreidefelsen herausmodeliert. O.r.: In dieser unterirdischen Zelle lebte ein Einsiedler. Rechts in der Niesche schlief er und wurde auch später begraben. U.m.: Bereits 3 km Gänge des Männerklosters im Kreidefelsen am Don sind wieder freigelegt. Vor 7 Jahren hatte die orthodoxe Kirche die Anlage zurückbekommen. U.r.: Es gibt drei "Balkons" in der Klosteranlage. Am Ende eines Ganges ist da plötzlich eine Tür nach draußen. Und man findet sich am steilen Felsen, 30-40 m über dem Don wieder. Der Blick schweift dort in absoluter Stille über Wälder am anderen Ufer. Da, unweit vom Fluß, sind bis heute italienische Soldaten begraben. Im 2. Weltkrieg verlief hier die Front.