Montag, 19. September 2016

Pater Diogenes und sein Chef

Von 12.31 Uhr ist die Sprachnachricht auf meinem Telefon. Da saß mein neuer Generalvikar, Pater Diogenes im Auto, allein, nach all den Verabschiedungen in seiner Kazaner Pfarrer, in der er fast 21 Jahre lang gelebt hat. Seine Stimme klang ein bisschen traurig. Er schickte die Nachricht, um zu sagen, dass er später als erwartet eintreffen würde. Sind es doch 700 km Landstraße von Kazan bis nach Saratow! Gegen 22.00 Uhr wäre er zu erwarten. Gestern, am Sonntag, nahm auch sein neuer Ordensgeneral, Pater Gustavo Nieto, am Abschiedsgottesdienst in Heiligkreuz/Kazan teil. Erst vor ein paar Wochen war er beim Generalkapitel des Ordensinstituts gewählt worden. Auch ich durfte ihn schon kennenlernen, vor knapp einer Woche, in Rom. So kam auch das Abschiedsgeschenk der Pfarrgemeinde noch pünktlich nach Kazan. Die Wallfahrtsteilnehmer hatten nach Rom gebracht, was sie eigens für Pater Diogenes gesammelt hatten, um ihm einen Kelch zu kaufen. Wie groß war da die Freude, dass er (mit Pater Gustavo) noch pünktlich nach Kazan kommt! Und wie schön und tief der Sinn eines solchen Geschenks!