Dienstag, 4. Oktober 2016

Kirche als Herberge

Gestern hat Pater Ondrej, der den dritten Monat bei uns ist, eine sehr schöne Predigt zum Tagesevangelium gehalten. Es war für ihn ein wenig ungewöhnlich, dass er predigt, wenn der Bischof da ist. Es entspricht auch nicht ganz den liturgischen Normen, aber von Zeit zu Zeit machen wir es so, besonders, wenn ich unerwartet auftauche und sich ein anderer schon auf die Predigt vorbereitet hat. Und es war gut so. Wir lasen das Evangelium vom barmherzigen Samariter, der sich um den unter die Räuber geratenen Halbtoten am Wegrand kümmerte, ihn in eine Herberge brachte, wo man für den Verletzten sorgte, und der versprach wiederzukommen. Der springende Punkt der Predigt war der Vergleich des Verletzten mit uns, mit mir, ... des barmherzigen Samariters mit Christus ... und der Herberge mit der Kirche. (Das muss man in Ruhe nach-denken.) Im zweiten Teil der nicht langen Wochentagspredigt ging es noch um die Genesung des Mannes und seine Sorge um andere, die jene Herberge nicht kennen. Wenn man diese Meditation also weiter im Auge behält, könnte man auch noch umgekehrt auf die Situation schauen: im unter die Räuber Geratenen Christus sehen und den barmherzigen Samariter als Vorbild für uns (unseren Auftrag) entdecken.