Sonntag, 13. November 2016

Abschluss des Heiligen Jahres in Saratow

Bewusst  hatte ich mir für den heutigen Sonntag keine Reise in eine Pfarrei vorgenommen, denn zum Abschluss des Heiligen Jahres sollten die Bischöfe in ihren Kathedralen sein. In besonderer Weise war die heutige Eucharistiefeier ein Dankgottesdienst. Die "Heilige Pforte" konnten wir jedoch nicht schließen, denn sie ist der einzige Zugang zu unserer Kathedrale. Der "große Abschluss des Heiligen Jahres" steht uns ja auch noch bevor: unser Gesamtrussischer Kongreß der Barmherzigkeit, vom 17.-20.11.16 in Marx.

Nach dem Gottesdienst lud die Caritas zum Trödelmarkt ein, heute, am Ende der alljährlichen Woche der Barmherzigkeit, für einen guten Zweck. 

Und dann versammelten sich die Gruppen - wie gewöhnlich: Unterricht für Kinder und Erwachsene, ausländische Studenten, Lectio divina (Bibelkreis) und der Familienkreis, der sich einmal pro Monat trifft. Diesen Kreis hatte ich zu mir eingeladen, um zu hören, womit sie sich beschäftigen und ob wir ihnen etwas helfen können. Am Rande des Treffens kam es zu diesem Foto (s.u.) mit der Tochter eines der Paare. Der fröhliche Grund der Sache: Vor dem Hintergrund des Treffens Papst Franziskus und Patriarch Kyrill, ließen sich Mira und ich in ebenso ehrwürdigen Sesseln aufnehmen.

Bild in der Mitte: Die Wolga ist schon ziemlich kalt, aber noch nicht zugefroren. Wie die vielen kleinen Boote andeuten, ist es eine günstige Zeit zum Angeln. 

Ebenfalls in Verbindung mit der Woche der Barmherzigkeit, wird es um 16.00 Uhr ein Benefizkonzert in der Kathedrale geben. Ich bin dann jedoch schon unterwegs nach Marx, um dort am Abend eine Familie zu besuchen.

Da es keine thematischen Vorschläge aus Rom gab, wird das kommende Kirchenjahr (ab 27.11.16, Erster Advent) bei uns im Bistum den Pastoraltitel "Jahr des Gebets" tragen. Neulich stand auf einem Kalenderblatt: "Es ist besser zu beten, als über das Gebet zu sprechen." Im Grunde passt das zu dem, was ich mit dem "Jahr des Gebets" meine. Wer Russisch versteht, kann hier die Ankündigung des neuen Jahres lesen.

Und in Form eines Nachtrags ein Bild vom Besuch oben genannter Familie in Marx. Die beiden Töchter legten sich nach dem Abendessen mit einem improvisierten Kulturprogramm ins Zeug. Als ich gegen 22.30 Uhr wieder in Saratow war, schrieb die junge Mutter per SMS, dass sie die Kleine heute, nach dem aufregenden Abend nicht ins Bett bekommen würden. Sie ist fünf. Ihre Mutter war nur ein Jahr älter, als ich deren Familie kennenlernte.