Donnerstag, 24. November 2016

Als Pilger auf der Krim

In diesem Jahr ziehen sich die Feiern unseres Bistumspatrons für mich ein wenig länger hin. Schon mehrmals hatte ich der Gemeinde in Sevastopol abgesagt zu kommen, weil deren Patronatsfest Sankt Clemens mit dem unseres Bistums zusammenfällt. Nun haben sie es meinetwegen auf kommenden Samstag verschoben. Darum bin ich ab heute bis Sonntag auf der Krim zu Gast, als Pilger sozusagen, denn hier ist der heilige Clemens (Papst und Märtyrer) ums Leben gekommen. Ich bin etwas früher geflogen, um Mitbrüder zu besuchen: Zwei Priester und ein Ordensbruder, die vorher im Bistum Sankt Clemens lebten, sind inzwischen hier gelandet, in Jevpatorija und Jalta. Ein wenig war ich heute schon unterwegs auf der Halbinsel, die einen sehr tristen Eindruck macht, so wie der Blick aus einem Fenster (Foto) der Sankt-Martins-Gemeinde in Jevpatorija.
Nun, am Abend, weiß ich schon ein bißchen mehr, und die 123.000 Einwohner zählende Stadt am Ufer des Schwarzen Meeres ist interessanter geworden. Schon 5.000 vor Christus gab es hier eine griechische Siedlung. Vor 13 Jahren feierte die Stadt Jevpatorija ihr 2.500-jähriges Bestehen. Die Leute Leben von dem, was sie in den drei Sommermonaten an den Urlaubern verdienen. Zur katholischen Pfarrgemeinde gehören etwa 100 Gläubige. Sie haben eine Kapelle und Gemeinderäume. Dort wohnt auch die Gemeinschaft der Oblaten, von denen zwei früher bei uns in Pyatigorsk lebten. Es gibt auch zwei Ordensschwestern hier, die ich nach der Abendmesse kurz kennenlernte. Beim Spaziergang zum Meer fiel mir viel "Nostalgisches" in der Stadt auf, z.B. eine alte Gothaer Straßenbahn im Linienbetrieb.