Freitag, 25. November 2016

Sankt Clemens Kirche in Sevastopol

Wie vielen Kirchen in der Sowjetunion, erging es auch der katholischen Kirche in Sevastopol. Heute Abend schaue ich aus meinem Fenster auf das, was von ihr geblieben ist, ein heruntergekommenes Kinotheater Namens "Freundschaft", außer Betrieb. Morgen werden wir mit Erlaubnis der Stadt vor der Kirche - nicht in der Kirche - deren Patronatsfest mit einem Gottesdienst feiern, besser gesagt, das Patronatsfest der Pfarrgemeinde Sankt Clemens, die sich gewöhnlich in einer Wohnung zur Messe versammelt.

13.40 Uhr: Der Regen hatte aufgehört, doch wir hatten nur ein paar Grad über Null. Für die Gemeinde war es ein Fest - die heilige Messe vor ihrer ehemaligen Kirche. Während der Predigt unterbrach mich die Autokolonne einer Hochzeitsgesellschaft, die drei Runden hupend um das Rondell auf dem Platz fuhr. Zur Kommunion, genau um 12.00 Uhr spielte man vom höchsten Turm am Platz die Hymne Sevastopols ab. (Früh um 6.00 Uhr hatte mich auf gleiche Weise die Nationalhymne Russlands geweckt.) Die Organistin hielt mit "Gottheit tief verborgen" dagegen. Anschließend waren alle zu einer Stärkung in der Wohnung der Pfarrgemeinde eingeladen. Heißer Tee war besonders begehrt.