Mittwoch, 28. Dezember 2016

Von einem fröhlichen Seminaristen und einem seligen Arzt

6.55 Uhr war ich heute Morgen längst am Bahnhof in Saratow, um Denis, unseren Seminaristen aus Ars, abzuholen. Er kommt mich in seinen Neujahrsferien für ein paar Tage besuchen, was auch deshalb gut ist, weil ich einiges mit ihm besprechen möchte. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mitbekam, dass doch die Bahnfahrkarten in ganz Russland mit Moskauer Zeit ausgestellt werden. Da wir seit ein paar Wochen im Gebiet Saratow unsere eigene Zeit haben, war ich aus Versehen eine ganze Stunde zu früh aufgestanden und gekommen. Was blieb mir übrig, als es zu nehmen wie es war? Pünktlich, 7.55 Uhr Ortszeit, stieg Denis fröhlich aus einem unerwartet alten Wagon. Schön, daß er da ist. Am Mittag begrüßten wir unseren zweiten Gast: Professor Germano Marani SJ aus Rom hatte sich für zwei Tage angemeldet, um in Marx und Saratow vom Seligsprechungsprozess des "heiligen Doktors von Moskau", Dr. Friedrich Joseph Haass, zu berichten. Pater Marani ist für den Prozessabschnitt vor der Übergabe der Dokumentation an die römische Kurie verantwortlich. Zur Information über jenen bewunderswerten Arzt des 19. Jahrhunderts, möchte ich das Ökumenische Heiligenlexikon empfehlen. Es lohnt sich sehr, den Text über F.J. Haass zu lesen. In seiner Predigt am Abend sprach der Jesuitenpater von der Bedeutung eines Wunders auf die Fürsprache von Dr. Haass, und er erklärte, was in diesem Zusammenhang nicht als Wunder gezählt werden kann. Zur Messe war u.a. das ganze Marxer Caritas-Team gekommen.