Sonntag, 29. Januar 2017

Abschluß und Höhepunkt

Von früh bis abend gab es Wichtigeres als zu fotografieren. So habe ich nur ein Bild vom stürmischen Heimweg. Beinahe hätte ich wegen des schlechten Wetters auf halber Strecke (200 km) um ein Nachtquartier in Kamyshin gebeten, aber dort war scheinbar keiner da, im Pfarrhaus. Alles dunkel... Gott sei Dank! Denn die zweite Hälfte vom Weg, Kamyshin-Saratow, fuhr sich ganz leicht (bei minus 20 Grad).
In Wolgograd schlossen wir heute also die 25-Jahr-Feier der Wiedergeburt unserer Pfarrei ab. Als "Predigteinstieg" gab ich zu bedenken, was manchmal wegzurutschen scheint, dass wir eben erst 25 Jahre feiern! Nicht alles wurde 1945 besser. Erst 1991 durfte sich die katholische Gemeinde in Wolgograd wieder als juristische Person anmelden und hatte wieder einen Priester. Heute lernte ich u.a., dass die Pfarrei früher tatsächlich "Mariä Himmelfahrt" als ihr Patronatsfest feierte. Als Anfang der 30-er Jahre die serbisch-orthodoxe Kirche Sankt Nikolaus in Wolgograd vom Staat geschlossen wurde, kamen die orthodoxen Christen der Sankt-Nikolaus-Gemeinde zu uns zum Beten, solange unsere Kirche noch nicht geschlossen war (1935). Daher das spätere Missverständnis, unsere Kirche sei dem heiligen Nikolaus geweiht. Seit der Wiedererrichtung ist sie das ja nun wirklich. Besonders wurde nach dem Gottesdienst einer Frau gedankt, die alles historische Material über die Pfarrei zusammengetragen hat, das noch zu finden war. Das staatliche Fernsehen hat die Informationen dieser Frau, Valentina Pawlowna, als Grundlage für einen kleinen Film genutzt. Interessant für mich war die Fotoausstellung über das Leben der Gemeinde. Während dann zum "Tee" geladen wurde, nahm ich die Zeit für mir wichtige Einzelgespräche. Zum späten Mittagessen in der Pfarrwohnung war auch der Pfarrgemeinderat eingeladen. Eine lebendige Truppe. Erst gegen 17.00 Uhr (Saratower Zeit) saß ich wieder im Auto, für die nächsten 5 Stunden, - Heimweg.