Samstag, 14. Januar 2017

Ein paar erste Worte zu Ufa

Ein erster Blick aus dem Fenster beweist:
In Ufa ist Winter 
Als ich das Wort "Baschkortostan" in die Suchmaschine eingab, kam an erster Stelle ein Hinweis auf den hiesigen Honig. Aber nicht der ist es, der den Landstrich an den südwestlichen Ausläufern des Uralgebirges im Vergleich zu anderen Regionen im Bistum Sankt Clemens so bedeutend macht. Die Erdölförderung und mehr noch, dessen Verarbeitung, sind der Hauptgrund für den Wohlstand der Republik im Inneren Russlands. Am Morgen kurz vor 4.00 Uhr landete der Pilot so sanft in Ufa, dass die schlafenden Passagiere nicht einmal aufwachten. Draußen: dichter Nebel und minus 20 Grad. Pater Tomasz holte mich ab und fuhr mit mir durch das schneeverschüttete Stadtzentrum der Millionenstadt, das ich auf diese Weise zum ersten Mal zu sehen bekam. Ich kannte bisher nur den direkten Weg vom Flughafen zur Wohnung, in der sich unsere Gemeinde versammelt, bzw. die Straße, auf der man aus Richtung Saratow in die Stadt kommt. Es war schon fast 5.00 Uhr, als wir das Haus der Pfarrgemeinde in einer Siedlung am Stadtrand erreichten und uns "Gute Nacht!" wünschten.  Ein ausführliches Frühstück nutzte der Pfarrer, um mich in die aktuelle Situation seiner Seelsorge einzuführen. Ufa ist übrigens eine der wenigen Städte im Bistum, in denen ein Priester ganz allein, ohne Mitbruder,  ohne Ordensschwestern tätig ist. Das ist nicht leicht im 80 Jahre zum Unglauben erzogenen Land. Nebenan liegt unser schon oft genanntes Alexejewka. Aber "nebenan" sind trotzdem 80-90 km.