Freitag, 3. Februar 2017

Schlusswort

Schwester Theresa, ursprünglich aus Syrien, und Pater José, aus Spanien stammend, hatten den Arbeitsteil unseres Treffens übernommen. "Katechese" war das Thema, zum dem beide in ihrer je eigenen Art Gedanken vorlegten, sehr systematisch und praktisch zugleich. Interessant war es für die ca. 60 Teilnehmerinnen (plus zwei Ordensbrüder) besonders auch deshalb, weil im Untertitel die Realität des russischen Alltags stand, mit dem sowohl die Ordensschwester, als auch der Klaretinerpater seit über 20 Jahren vertraut sind. Das Angebot, Fragen zu stellen, schöpften die Schwestern des Bistums Sankt Clemens aus bis zum Rand. Die vorgesehene Zeit dafür reichte nicht aus, so sehr hatten beide Referenten Interesse geweckt, bzw. den entsprechenden Nerv getroffen. 
Damit nun heute alle gut nach Hause kommen, (bzw. morgen, weil der Weg so weit ist), hatten wir zum Abschluss die Wahl zwischen zwei Gottesdienstzeiten angeboten: entweder 8.00 Uhr oder - gutbesucht! - 5.30 Uhr. Bei noch sternenklarem Himmel und "frühlingshaften" minus 13 Grad brachen dann die ersten Autos nach dem Frühstück auf: nach Taganrog, Alexejewka, Wolgograd, ... Andere nahmen den Linienbus nach Saratow, wo wir den nächsten Bahnhof haben, um von dort mit der Bahn nach Hause zu fahren: Tambow - 8 Stunden, Astrachan - 10 Stunden, Orenburg - 24 Stunden, Sotschi - 30 Stunden usw. Unseren Nuntius, Erzbischof Migliore aus Moskau, und die beiden Referenten aus Sankt Petersburg brachte ich am Mittag zum Flughafen. 
Erneut hat sich unsere Pfarrei in Marx als idealer Austragungsort für eine Veranstaltung solcher Größenordnung wie die der vergangenen "Tage des gottgeweihten Lebens" erwiesen. Grund dafür sind nicht nur die räumlichen Gegebenheiten, die zentrale Lage im Bistum und die Vorstadt-Nähe zu Saratow. Vielmehr ist es die bis zum Opfer bereite Gastfreundschaft, auf die ich schon beim Planen bauen kann, wie auf ein felsenfestes Fundament. Hinzu kam dann im Blick auf die Teilnehmer(innen) auch in diesem Jahr der besondere "schwesterliche" Aspekt: die Aufmerksamkeit füreinander, das Mit-Anpacken bei den Diensten im Hintergrund, Freude und Dankbarkeit. Zwei Dominikanerinnen aus Woronezh waren zum ersten Mal dabei. Beim Abschied gaben sie dankbar zu verstehen, dass sie sich nun hier, fern ihrer eigentlichen Heimat, in einer Familie, zu Hause, fühlen.