Freitag, 19. Mai 2017

Ankunft Togliatti

Sieht fast wie gemalt aus, ist aber ein Foto, von heute nachmittag. Die Fahrt nach Togliatti hat nicht allzu lange gedauert. 5 Stunden ungefähr. Außer, dass die Fenster inzwischen eingesetzt sind, hat sich seit letztem Jahr äußerlich kaum etwas verändert. Der Kirchbau geht langsam vorwärts. Es wurden Rohre und Kabel gelegt. Natürlich gibt es die unsichtbaren Fortschritte. Die Abendmesse, zu der ich eigentlich noch nicht erwartet wurde, feierten wir zu siebent in der kleinen blauen Holzkirche vor dem Neubau. Die häufige Erfahrung meiner Reisen bestätigte sich heute auch hier: Die Gläubigen haben ihre Priester unheimlich gern, (und ihren Bischof auch). Der Pfarrer ist zur Zeit in Polen. Vom Kaplan werde ich versorgt und beherbergt. Schwester Rosa,  die mich auf dieser Reise begleitet, kommt bei Leuten aus der Gemeinde unter.
Einst hieß die Stadt Stawropol (griechisch: stauros = Kreuz, polis = Stadt). Den Namen des italienischen Kommunisten Togliatti bekam sie 1964, letztlich in Zusammenhang mit den Autowerken, in denen seit Ende der sechziger Jahre eine Fiatlizenz unter dem Namen Zhiguli, später Lada vom Band ging.
Was mich heute betrübt machte, war die Intention des Rosenkranzgebets nach der Messe. Wir beteten um Arbeit für die Einwohner der Stadt, weil die Leute beginnen, wegzuziehen. (Bisher galt Togliatti immer als attraktiv, wegen des Stellenangebots.) Auch aus unserer Pfarrgemeinde seien Familien nach Sankt-Petersburg, Krasnodar, Simferopol und Jalta gezogen.