Montag, 29. Mai 2017

Warum ich noch bis Montag Mittag in Uljanowsk geblieben war

Wenn und wo möglich, kehre ich schon sonntagabends von den Reisen in die Pfarreien zurück nach Saratow. Manchmal aber sind für Montag Treffen mit orthodoxen Mitbrüdern oder in politischen Verwaltungsämtern vereinbart, dann bleibe ich natürlich. Manchmal sind die Außenstationen zu weit weg, so dass wir am Wochenende nicht alles unter bekommen. Heute war es ein ganz konkreter Besuch, den ich gern noch machen wollte: Valentin saß einst in seinem Rollstuhl vor der ersten Reihe im großen Zimmer des Pfarrhauses, in dem wir uns in Uljanowsk zur Messe versammeln. Nun ist seine Krankheit so weit fortgeschritten, dass er kaum noch aus dem Haus kommt, obwohl er im Erdgeschoss eines der typischen sowjetischen Plattenbauten lebt, allein. Er kommuniziert mit der Außenwelt via Internet. Die Seelsorger besuchen ihn regelmäßig. Er ist sehr dankbar und nie unzufrieden, wie alle, die ihn kennen, bestätigen. Anderthalb Stunden vergingen wie im Fluge. Ich habe mich gefreut, ihn zu sehen.
Da ich den Rückweg allein antrat, waren keine Pausen nötig. Dennoch brauchte ich fast 5 Stunden bis nach Marx, (was auf dem Weg nach Saratow liegt). Da schlafe ich nun schon in dem Moment, in dem dieser (leicht vorprogrammierte) Blogeintrag ins Netz geht. Höchste Zeit nach der vergangenen Woche!