Sonntag, 9. Juli 2017

Abschied nehmen von Joachim Kardinal Meisner



H.H. Kardinal Rainer Maria Woelki
Erzbistum Köln
Saratow, den 5. Juli 2017

Hochwürdigster Herr Kardinal, lieber Mitbruder!

Ihnen, den bischöflichen Mitbrüdern, besonders in Köln, Berlin und Erfurt, sowie allen, die der Tod von Kardinal Joachim Meisner mit Trauer erfüllt, möchten wir von Herzen unsere Hand geschwisterlicher Anteilnahme reichen.
Unser Gebet für den Verstorbenen ist Bitte und Dank. Noch vor wenigen Tagen hatten zwei von uns eine bewegende Begegnung mit Herrn Kardinal Meisner, nämlich bei der Seligsprechung von Bischof Teofilius Matulionis am 25. Juni in Vilnius. Wir alle sind dankbar für sein inniges Glaubenszeugnis, welches so sehr mit seinem alltäglichen Leben verbunden war, dass man Leben und Zeugnis kaum trennen konnte. Eben darin ist er uns Beispiel. Autorität zu sein, war seine Berufung. Er verteidigte Kirche und Mensch, weil er sie liebte, väterlich, brüderlich, als Freund des Bräutigams – Christus.
Wir im Osten Europas (und darüber hinaus) hatten in Kardinal Meisner einen Freund im Westen, der uns kennt und versteht. Wer irgendwann einmal still mit ihm vor der heiligen Messe am Morgen gebetet hat, ahnt, woher er seine Kraft nahm – für jenen Dienst, dessen hundertfachen Lohn er nun erhalten möge.

Verbunden in der stillen Freude, die uns niemand nehmen kann,

Clemens Pickel
Vorsitzender der Russischen Bischofskonferenz