Sonntag, 16. Juli 2017

Erfahrungen zum Mitnehmen (in den Alltag)

Am Montagabend hatte ich Saratow verlassen. - Am Sonntagmittag kehrte ich zurück. Die vergangene Woche (er-)lebte ich nicht in Südrussland, sondern am anderen Ende Europas und später noch mitten drin, nämlich auf Pilgerfahrt nach Fatima und bei der Beisetzung von Kardinal Joachim Meisner in Köln. Wie beladen diese Tage waren, zeigt die Müdigkeit im Nachhinein. Alles war nicht-alltäglich, und Vieles war hilfreich in den vergangenen Tagen. Fatima - ein Ruf, sein Verhältnis zur Gottesmutter zu prüfen, genauso wie sein Verhältnis zum Leben, zur Verantwortung im Blick auf böse und gut. Ich freue mich, dass wir eine nicht kleinen Zahl von Pilgern mitnehmen konnten, die sich die Reise nie hätten leisten können, die es aber weit mehr verdient hatten, als wir anderen. Es war schön, gerade mit denen dort gewesen zu sein, die dabei waren.

"Unsere" Gruppe, eine von vier Pilgergruppen aus Russland, die zum 13. Juli nach Fatima gekommen waren.
Die gestrige Beisetzung von Kardinal Joachim Meisner, des guten Freundes vieler von uns hier im Osten, wurde für mich zu einem zusätzlichen Geschenk. Beerdigungen haben es an sich, zur Eile zu rufen, da wo Nötiges auf die lange Bahn geschoben wurde. Es ist ein bisschen so, wie wenn die Kompassnadel zur Ruhe kommt, eine Richtung bestätigend, von der wir im Grunde schon wussten. Gehen muss man selbst. Als Bischof aus einer fernen Diaspora, war es für mich auch eine dankbare Erfahrung, einigen Mitbrüdern begegnen zu dürfen, die uns in Russland auf diese oder jene Weise helfen, die sich erinnern und interessieren, so (nur) zum Beispiel Bischöfe aus Paderborn, Hildesheim und Köln, bis hin zu den Gästen aus Rom.

Köln, Sankt Gereon, vor Beginn der Prozession zur Beisetzung im Dom
In Marx ... So, jetzt sind wir wieder auf dem Boden ... In Marx verbringen zurzeit unsere kanadischen Schwestern aus Astrachan ein paar stille Tage. Das ist ihr Urlaub. Jedes Jahr nach Hause fliegen, wäre zu teuer. Sie möchten mich gern sprechen, bevor sie am "19." abreisen, teilten sie mir per SMS mit. Ich werde versuchen, dass morgen unterzubringen, evtl. noch bevor meine nächsten Gäste (19.30 Uhr) anreisen.