Sonntag, 20. August 2017

Die Krönung

Mehrmals hatte mich Bischof Kyrill eingeladen. Schließlich widerrief ich mein "kann nicht" und nahm heute an der Krönung der Marienfigur in Irkutsk teil. Es war die erste Krönung einer Mariendarstellung in Russland. Der Brauch beruht auf Verehrung und Zuneigung. Das war auch im Gottesdienst zu spüren. Es gab sehr emotionale Momente, wie zum Beispiel am Beginn, als wir an der sogenannten Kapelle der Versöhnung den "Engel des Herrn" beteten. Aus vielen GULAGs ist hier Erde zusammengetragen, um an die Leiden der unbekannten Märtyrer des 20. Jahrhunderts zu erinnern. In seinem Gebet sprach Bischof Kyrill vom Leid, das die Gottesmutter bei ihren Erscheinungen vor 100 Jahren in Fatima noch abwenden wollte.


Die Krönung der Marienfigur nahm der Ortsbischof mit seinem Vorgänger in schwindelerregender Höhe gemeinsam vor. Die Krone für die Gottesmutter in Irkutsk war seinerzeit noch vom heiligen Johannes Paul II. gesegnet worden. Viele Pilger und Teilnehmer eines Kongresses waren gekommen, unter ihnen auch die Bischöfe aus Novosibirsk und Grodno, der polnische Generalkonsul u.v.m.


Glücklicherweise gibt es neuerdings eine Abendmaschine von Irkutsk nach Moskau. Die Zeitverschiebung macht es möglich, dass man 20.05 Uhr abfliegt und 21.00 Uhr ankommt, obwohl man 6 Stunden in der Luft verbringt.


 75% unserer Bischofskonferenz saßen in dem Flugzeug, (was bedeutet: 3 Bischöfe). Der Vierte empfing uns in Moskau in seiner Kurie zum Abendessen, das zu einer nicht formellen Sitzung wurde. Morgen vormittag treffen wir uns hier in Moskau mit Kardinal Parolin.