Montag, 25. September 2017

Die alten Frauen und das Meer


Weil es heute an Bildern fehlt, schaue ich noch einmal kurz auf gestern nachmittag zurück. Da vorn, einen Kilometer vom Ufer entfernt, sei eine Insel gewesen, mit Wald. Die Kräftigen seien hinüber geschwommen. Im Dorf gab es damals noch ein Krankenhaus und vieles mehr. Die beiden sind hier geboren, an der Wolga. Als sie Kinder waren, haben sie oft am Wasser gespielt. "Damals war die Wolga noch klein", erzählen sie. (Die Staumauer im 300 km entfernten Wolgograd war noch nicht gebaut.) Das malerisch gelegene Dorf am Wolgaufer, etwa 100 km südlich von Saratow, scheint auszusterben. Das ehemalige Kulturhaus ist eine Ruine. Die riesige Schule scheint unbelebt, zumindest den Fernster nach geurteilt. Die Asphaltstraße endet am Dorfeingang. Erste Etagen unter dem Dach sind unbewohnt. Autos und Boote liegen wie Schrotthaufen vor den Höfen. 
Die beiden Frauen erzählten gern, obwohl sie uns Ausflügler gar nicht kannten. Den Blick wendeten sie kaum ab vom großen Fluss. Das war ihr Sonntag, schien mir.