Sonntag, 22. Oktober 2017

Sonntag zu Hause

Die Sonntagsgemeinde in Marx war heute klein. Ich habe mich innerlich sehr gefreut, eben heute mit diesen Alten und Jungen die Messe feiern zu können. Man spürt, dass die Versetzung von fünf Ordensschwestern die Herzen bedrückt. Mit der Gruppe von Müttern, die stets im Anschluss an die Sonntagsmesse für ihre und andere Kinder beten, habe ich deshalb bewußt ein wenig länger gestanden und erzählt. 
Nach der Rückkehr nach Saratow am Nachmittag, fand ich genug zu tun, was doch wohl auch am Sonntag erlaubt ist. Während ich am Computer saß, rief eine allein wohnende Witwe aus einem Dorf bei mir an. Sie tut das öfters und erkundigt sich, wie es geht, so, wie man das auch mit Verwandten macht. Heute konnte ich sie schlecht verstehen. Sie hat Fieber (39!). Zwar war eine Krankenschwester gekommen und hatte ihr eine Spritze gegeben. Danach war sie aber wieder allein. Ich rufe Sie vielleicht etwas später nochmal an. (Das Dorf liegt 90 km von Saratow entfernt.) Schließlich stand heute "Tasche-Packen" auf meiner Liste, denn morgen früh geht es wieder los, hoffentlich bei so gutem Wetter wie auf dem morgendlichen Foto, dass mir die Klarissen aus ihrer Wohnung im 12. Stock zukommen ließen.