Dienstag, 17. Oktober 2017

Ökumene am Ob

Abend am Diözesanzentrum in Novosibirsk 
Weil der Nebel am Morgen berechenbar war, wurde Novosibirsk aus allen Himmelsrichtungen verspätet angeflogen. Bei sonnigen minus 6 Grad landete ich am Vormittag. Akzent des heutigen Tage wurde ein ökumenischer Gottesdienst mit Bischof i.R. Wolfgang Huber aus Deutschland. Solche und ähnliche Bemühungen sind wichtig und lobenswert. Gleichzeitig werden dabei auch künftig Schwächen zu Tage treten, die uns demütig weiter arbeiten (und mehr noch: beten) lassen. Außer den beiden Predigten, war alles im wahrsten Sinne des Wortes vorgeschrieben. Wurde mehr gelesen als gebetet? Ich denke: ja. Der Jahrestag der Reformation wurde ein "Christusfest" genannt. Ich bezweifle nicht, dass es glaubwürdige Deutungen dafür gibt, spüre aber dennoch mehr Schmerz als Freude. Eine solche war es für mich jedoch, im Gottesdienst auch Bischof Scheiermann zu begegnen. Er war früher evangelischer Propst in Saratow, bevor ihm die evangelische Kirche in ganz Sibirien anvertraut wurde. Ich kenne ihn und kann darum sagen: Er ist ein Mann, der betet und für den Spiritualität keine Theorie ist.
Der Gottesdienst fand in der katholischen Kathedrale statt. Unsere gesammte Bischofskonferenz, einschließlich Nuntius, war anwesend. Morgen beginnt unserer Sitzung. 5 Stunden Zeitverschiebung gegenüber Deutschland - wir haben es schon gleich 23.00 Uhr - lassen den Tag früher als gewöhnlich zu Ende gehen. (P.S. für geographisch Unwissende: Novosibirsk liegt am Ob, einem der großen Flüsse Sibiriens.)