Dienstag, 30. Januar 2018

Eindrücke vom "Ad limina"

Erst wollte ich heute schon nichts mehr schreiben, dann tat es mir doch darum leid: Nicht über die Sitzungen in den Dikasterien will ich kurz erzählen, auch wenn die auf ihre je eigene Art interessant sind, sondern über eine Nebensache: Ich gehe in Richtung Fahrstuhl und sehe von weitem, wie gerade die Tür automatisch schließt, während sich drin im Fahrstuhl ein Herr in weißer Soutane mit dem Gesicht zum Ausgang umdreht. Papst Franziskus sieht mich im Bruchteil einer Sekunde und drückt die Stop-Taste. Die Tür geht nochmal auf. Wir fahren zu zweit, unterhalten uns deutsch, und weil die Zeit nicht reichte, will er mit auf meiner Etage aussteigen. Ich schlug vor, auf seine zu fahren. Dort beendeten wir in Ruhe unser Gespräch. Es war spät Nachmittag. Er mußte doch müde vom Tag sein! - Ich kann nur sagen: Auch für uns Bischöfe ist das, was wir dieser Tage Tür an Tür mit dem Papst erleben, ein unerwartetes Geschenk. Mir fällt ein Wort Heinz Schürmanns ein: "Willst Du einem Menschen gut sein, musst Du zuallererst einmal Zeit für ihn haben."