Montag, 1. Januar 2018

Von der Wolga - 2018

Eigentlich war ein eher stiller Schritt ins neue Jahr geplant, in der Klosterkapelle in Marx. Aber dann kamen nach der Sonntagsmesse (31.12.!) einige Mitglieder der Gemeinden und fragten, ob denn vor Mitternacht in der Kirche nichts mehr sein würde. Im Ergebnis versammelten wir uns um 23.00 Uhr zum Danken und Bitten vor dem Allerheiligsten. Kurz vor Mitternacht sangen wir das "Te Deum" und baten den Herrn um seinen Segen für das Jahr 2018. Nach einem kleinen Feuerwerk vor der Kirche - was Menschen jeder Altersgruppe in Russland viel bedeutet - ging es nach Hause. Pater Bosco, der Pfarrer, brachte manche von den Älteren mit dem Auto heim. Eine der Frauen, die auch heute morgen zur Messe kam, sagte mir dann, dass sie noch nie im Leben so schön Neujahr gefeiert hätte. Der Taxifahrer hätte zwar den doppelten Preis von ihr verlangt, (die Frau bekommt eine sehr kleine Rente), aber das war es wert: Sie hat es sehr innerlich erlebt, dass sie "in der Kirche" ins neue Jahr gegangen ist. 
Da sie unheimlich selten benutzt werden, sind die Sektgläser vom Empfang nach meiner Bischofsweihe vor (in diesem Jahr) 20 Jahren noch ganz. Beim Anstoßen fiel das Wort: Jubiläumsjahr: 20 Jahre Bischof, 30 Jahre Priester. Aber es wird auch andere Akzente geben. Das ist klar.
Hausbesuche, z.B. bei Kranken, kann man an Tagen wie heute schlecht machen. Neujahr ist in Russland, dem Empfinden nach, der größte Feiertag des Jahres. Heute geht sozusagen jeder jedem gratulieren. Wie das abläuft, kann man sich leicht vorstellen. 7 arbeitsfrei Tage stehen noch bevor... Ich bin morgen aber wieder im Büro. Das hat man nun von seiner deutschen Erziehung! 😇
Foto: Bosco Marschner, Pfarrkirche Marx, 01.01.2018, 0.10 Uhr