Montag, 5. Februar 2018

Geduld + Vertrauen = Freude

So, nun muß ich aber mal ein ernstes Wörtchen mit den Schutzengeln reden. Ich sitze immer noch in Moskau fest, seit 21 Stunden. (Frage für einen Glaubenskurs oder danach: Wo steckt der Fehler in meinem Gedankengang? Nicht auswendig, sondern überlegt antworten!) 
Also, jedenfalls scheint in Saratow gar nichts mehr zu "gehen", geschweige denn zu fahren oder zu fliegen. Schneesturm auf den Fernstraßen, totales Glatteis und Schneeregen - von allem etwas! Ich habe es noch gut. Sitze im warmen Flughafengebäude, aber die Schwestern die heute im Auto unterwegs sind! Für heute abend 18.00 Uhr war die Eröffnung der "Tage des gottgeweihten Lebens" geplant. Aus dem ganzen Bistum erwarten wir Schwestern in Marx. Ich selbst werde zu spät kommen. Ich hatte mir den heutigen Tag für manche Vorbereitungen reserviert. Die gehen jetzt natürlich nur mühsam voran. Dennoch ist die Vorfreude auf das jährliche Treffen groß. Ich hoffe, bei allen 54 angemeldeten Teilnehmer(inne)n. Und die Schutzengel mögen sich kümmern, dass alle gut - wenn auch nicht pünktlich - ankommen. Amen.

Am Abend bin ich mit einer kerosinduftenden Yak-42 gut in Saratow gelandet und bringe nun auf Papier und in meine Reisetasche, was mir bei der Vorbereitung für die "Tage des gottgeweihten Lebens" in den letzten 24 Stunden durch den Kopf ging. Morgen früh um 6.40 Uhr ist Abfahrt. Wie ich schon gehört habe, sind nicht alle Schwestern angereist. Eine im Kaukasus ist nach langem Warten am Flughafen in ihre Stadt umgekehrt. Nicht überall ist es so bequem wie in Moskau. Und als Frau, allein, ... Die Kazaner und Uljanovsker wollen morgen früh die letzten 400 km zurücklegen. Die beiden Schwestern von Alexejewka wurden nach 435 km von der Verkehrspolizei gestoppt: Wegen gefährlicher Schneeverwehungen ist die Fernverkehrsstraße zwischen Samara und Saratow derzeit gesperrt. Ich werde also nicht der Letzte sein, wenn ich morgen früh um 8.00 Uhr das Diözesantreffen der Ordensschwestern eröffne. Übrigens, unsere Referentin aus Sankt Petersburg hat auch ein bißchen Pech: Der Direktflug wurde bis tief in die Nacht verschoben. Wenn sich nichts mehr ändert, kommt sie nachts um 3.35 Uhr am Saratower Flughafen an.