Donnerstag, 29. März 2018

Mein Gründonnerstag

Durch die Beerdigung unserer Mutter, heute vor einer Woche, war ich in "Zeitverzug" gekommen, was mir natürlich keiner übel nahm. Den Osterbrief an die Gemeinden im Bistum wollte ich dennoch schreiben. Heute vormittag tat ich das, ohne einmal vom Schreibtisch aufzublicken. Hatte ich doch schon eine Zeitlang mit mir herumgetragen, was ich schreiben wollte. 
Das vorausgegangene Frühstück war feierlich, denn unsere Schwestern hatten eingeladen. Jedes Jahr am Gründonnerstag Morgen erneuern sie ihre Ordensgelübde. Eingeladen waren auch Jewgenij, unser Student aus dem Sankt Petersburger Priesterseminar, der die Karwoche hier bei mir in Saratow verbringt, und Viktor, der über seine Berufung nachdenkt und den ich ebenfalls eingeladen habe, bis Sonntag zu bleiben. Eine gute Gelegenheit, beide etwas besser kennenzulernen. 
Das Üben mit den Ministranten gehört dieser Tage zur Vorbereitung jedes Gottesdienstes. Am Abend predigte der Generalvikar über den Sklavendienst Gottes, und über seine Liebe. Während des stillen Gebets bis in die Nacht hinein, war ich einer von drei Priestern, die das Bußsakrament in unserer Kathedrale spendeten. Das war für mich die schönste Erfahrung des heutigen Tages.