Sonntag, 22. April 2018

Gedanken am Sonntag des Guten Hirten

Die Kleinstadt Marx an der Wolga hatte vor 1917 drei christliche Kirchen und hat sie heute wieder. Unsere katholische Kirche wird in diesem Jahr 25. Ich erinnere mich an die Grundsteinlegung im Frühjahr 1993 und die Kirchweihe im November. Sie ist auf den Titel Christus König geweiht. Die heutige russisch-orthodoxe Kirche "wuchs" aus einem ehemaligen Schulgebäude hervor, d.h. sie ist ein Umbau und wurde dem heiligen Apostel Andreas geweiht. Nur die evangelische Dreifaltigkeitsgemeinde hat ihre ursprüngliche Kirche wieder zurück bekommen. Das Gebäude blieb erhalten, weil die Stadt in den Jahrzehnten der UdSSR ein "Kulturhaus" brauchte. Nur den Turm hatte man entfernt. Aber auch der ist seit 2017 wieder da, (Foto).
Gern übernahm ich heute die Sonntagsvertretung in Marx. Dass die Kirche ungewöhnlich leer war, hatte seinen Grund im derzeit immer noch weit verbreiteten Grippevirus. Es werden keine 50 Gottesdienstbesucher gewesen sein, mit denen wir am heutigen 4. Ostersonntag (Sonntag des Guten Hirten) um geistliche Berufungen gebetet haben. Ich kenne die meisten, die in Marx zur Kirche kommen. Darum war ich mir der Antwort auf die rhetorische Frage bewußt: "Wer von uns wäre heute hier, wenn ihm nicht Priester oder Ordensleute auf seinem Weg geholfen hätten?" - Ich selbst wäre heute nicht (mehr) in Russland.