Freitag, 6. April 2018

Osterfreitag

Gestern beim Mittagessen erfuhr ich, dass man den Gründonnerstag in der Slowakei "Grünen Donnerstag" nennt. Das scheint mit der deutschen Bezeichnung zusammenzuhängen. Dass die aber nicht mit einer Farbe, sondern mit dem alten deutschen Wort "greinen" (weinen) zu tun hat, scheint nicht mit rübergekommen zu sein. Wir waren wegen der orthodoxen Osterfeiertage darauf zu sprechen gekommen. Heute begehen unsere Brüder und Schwestern den Karfreitag. 
In ganz Saratow ist wegen der Grippe-Ansteckungsgefahr Quarantäne ausgerufen, diesmal nicht nur in den Schulen, sondern sogar an den Universitäten. Noch bis kommenden Dienstag - eine Art unfreiwillige Osterfereien. Auch das Wetter scheint sich auf Ostern auszurichten. Ein Hauch von Frühling lässt Schnee und Eis rasant wegschmelzen. Der Osterspaziergang von Goethe kommt einem in den Sinn. In Marx, wo ich Station auf dem Weg zur Firmung in Karsun mache, werden Bäume beschnitten. Was da wohl die Pomologen dazu sagen? (-: Die Abendmesse feiere ich hier in der Pfarrei. Je älter man wird, desto mehr Erinnerungen kommen einem in den Sinn: Vor genau 27 Jahren stand ich zum ersten Mal am Altar in Marx. Es war Samstag in der Osteroktav, in der "kleinen Kirche", gemeinsam mit Pater Joseph Werth, der schon wußte, dass er in ein paar Tagen zum Bischof ernannt wird.