Samstag, 12. Mai 2018

Diaspora-Reisen

"Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Faß." - Na, hoffen wir mal. 
Bei nicht idealstem Reisewetter - das Problem ist: wo macht man Pausen, wenn alles naß ist - breche ich in einer halben Stunde mit drei Jugendlichen nach Syzran auf. So bekommen die drei ein wenig Land und Leute zu sehen und verstärken den Gesang bei der Sonntagsmesse in der kleinen Pfarrei am Weg.
Heute Nacht kam per E-Mail mein Programm für die drei ersten Tage im Juni, zu denen mich KIRCHE IN NOT in die Schweiz einlädt. Vorher besuche ich noch Gemeinden am Schwarzen Meer und im Kaukasus. Die Zeit der Reisen und Begegnungen (so kann man auf Russisch sagen) gewinnt an Drehzahl.
Wir haben heute den zweiten Tag der Pfingstnovene. Am 12. Mai vor langer Zeit 😊 empfing ich das Sakrament der Firmung. (Vor 45 Jahren.)
Am Abend. 258 km hin, 258 zurück. Streckenweise extrem schlechte und somit gefährliche Straßen. Die kleine Syzraner Pfarrgemeinde freute sich besonders, als sich herausstellte, dass ich hier nicht auf dem Weg irgendwo hin Halt mache, sondern "extra" ihretwegen gekommen war. Es ging herzlich zu, "wie im Dorf", sagte eine der Jugendlichen, die mich begleiteten.
Zugegeben, es scheint aufwendig, so zu reisen. Aber in der Diaspora ist das sehr wichtig, bekomme ich immer wieder zu spüren. Und es ist eine schöne Berufung, in der Diaspora Seelsorger sein zu dürfen.