Freitag, 4. Mai 2018

Und wie geht's in Saratow?

Als wir vor einer Woche zur Pastoralkonferenz aufbrachen, gab es in Saratow noch keinen frischen Grashalm. Heute grünt die ganze Stadt bei Plus 26 Grad. Gut, dass ich vor Abfahrt die Reifen gewechselt hatte. 
Heute wurde der neue Altar für unsere Kathedrale geliefert. Er besteht aus Marmorplatten, die um einen festen Sockel herum angeheftet werden. Eine Ecke ist abgebrochen. Die Firma scheint zu hoffen, dass wir es nicht bemerken oder uns ängstlich damit zufrieden geben. Willkommen daheim! Die Wand hinter dem Altar nimmt auch mehr und mehr Gestalt an und erinnert nun schon deutlicher an die römische Basilika San Clemente, unweit vom Kolloseum. 
Im Tiefflug über dem Stadtzentrum übt ein Langstreckenbomber für die Parade am 9. Mai und bringt die Autoalarmanlagen zur Weißglut. Für Nachmittag steht "Marx" in meinem Kalender.
Immer noch gehen dankbare SMS und E-Mails ein, die die Rückkehr und die Freude unserer Konferenzteilnehmer der vergangenen Woche bestätigen. Schwester Viannea zum Beispiel, die die ganze Nacht am Moskauer Flughafen gesessen hatte, ist endlich in Wolgograd angekommen. Die Autos aus Woronezh, Rostow-am-Don und - vermutlich auch - Samara, sind noch unterwegs.
Zum Abend hin kletterte das Thermometer auf 30 Grad. In Marx traf ich gerade noch Schwester Marina aus Tomsk in Sibirien an, die während unserer Pastoralkonferenz die "Vertretung" in Marx übernommen hatte, ich meine, im Kloster, aber doch wohl auch ein wenig in der Gemeinde. Sie hat viele Jahre in Marx gelebt und war - wie mir scheint - sehr froh über die Gelegenheit, hier eine Woche zu verbringen.