Sonntag, 8. Juli 2018

Katholische Christen Belgorods beten nun in eigener Kapelle

Es werden an die 70 Gläubige verschiedenen Alters gewesen sein, die heute Mittag um 12.00 Uhr zur Messe ins Belgoroder "Pfarr-Haus" gekommen waren, darunter Pfarrer und Gemeindemitglieder aus Woronezh. Am Beginn der Liturgie weihte ich die Kapelle, die sich im ehemaligen Wohnzimmer im Erdgeschoss des Hauses befindet. Auch die frühere Küche und der Korridor im Eingangsbereich werden nun als "Kirchenraum" genutzt, sprich: überall stehen Stühle. Und alle waren heute vergeben. Ausländische Studenten und einheimische Christen waren beinahe zu gleichen Teilen vertreten. Sogar die Treppe nach oben in den ersten Stock war wie eine Hühnerleiter besetzt. Die beiden Hauptanstöße der Predigt waren, zum einen, ausgehend vom Evangelium, die Art und Weise, wie Jesus (Gott) spricht, auch und gerade heute, zum anderen: Die nun ständige Kapelle, in der man nach dem Beten nicht mehr alles wegräumt wie früher, als wir uns noch in Wohnungen und einem Tanzklub versammelten. So eine "Kapelle" braucht jeder Christ in seinem Herzen, einen "Ort", an dem man sich jederzeit zu Gott zurückziehen kann, an dem er wohnt...
Am Ende der Messe erinnerte sich Kapuzinerpater Marek, der Pfarrer, daran wie er gestern vor 15 Jahren seinen Antrittsbesuch bei mir in Saratow gemacht hatte. Eine Frau, die von (Neu-)Anfang an dabei war, vor über 30 Jahren, erzählte mir unter Tränen, wie die Gemeinde auf den vielen Durststrecken zwischendurch schon drauf und dran war, den Traum von Kirche vor Ort aufzugeben. Sie sind dankbar für Ihre Seelsorger und haben sie gern. Um es mit einem Satz zusammenzufassen: Ich glaube, diese Gemeinde hat Perspektive. Gemeinsam mit den Gästen von weiter her, war ich anschließend in den Garten hinter's Haus eingeladen, wo Bruder Grzegorz einen saftigen Schaschlyk zubereitete, zu dem man sich Gemüse und Brot in Selbstbedienung wählen konnte. Soeben habe ich nachgezählt: Mit der neuen Hauskapelle von "Peter und Paul" in Belgorod, haben wir jetzt 47 Kirchen und Kapellen im Bistum, die unseren Pfarrgemeinden zur Verfügung stehen. (Wenn man das mit der Fläche Deutschlands vergleicht, käme man auf 3 Kirchen und Kapellen je Bundesland. Schon gar nicht so schlecht! :-)