Sonntag, 15. Juli 2018

Für uns sind 20 Jahre ein Jubiläum

Häufig kehrte ich an diesem Wochenende in Gedanken 20 Jahre zurück. Das war damals meine erste Reise ans Schwarze Meer. Pater Bogdan, der einstige Pfarrer, war einer der beiden Priester, die mich rechts und links während der Liturgie der Bischofsweihe begleitet hatten. Ihn hatte ich darum gebeten, weil er in seiner Person die Priester der Südhälfte vertrat. (Die der anderen, mir besser bekannten Hälfte, vertrat Pater Johannes aus Alexejewka.) 
Sotschi feierte nun also den 20. Jahrestag der Kirchweihe. Am Anfang der Messe zählte der heutige Pfarrer einige besondere Ereignisse dieser Zeit auf, zum Beispiel vier Pastoralkonferenzen des Bistums, eine Diakonenweihe, eine Primiz, den Besuch des armenisch-katholischen Katolikos etc. Die mit ca. 170 Gläubigen dicht gefüllte Kirche "atmete" durch offene Türen und Fenster die vom lauten Dauerregen ein wenig abgekühlte, feuchte Meeresluft. Sieben junge Erwachsene empfingen die Firmung. Als wir direkt im Anschluss an die zweistündige Messe ein gemeinsames Foto mit Ihnen machten, hob der Geräuschpegel in der Kirche auf Marktplatzniveau an, denn kaum einer wagte sich in den Regen auf die Straße. 
Ein wenig südliches Temperament ist vielen anzumerken. Trotz meiner an zwei Händen abzuzählenden Kurzbesuche in der Gemeinde, kenne ich hier viele, denn sie sind aktiv im Bistum über die Grenzen ihrer Pfarrei hinaus. 
Erst als fast alle nach Hause gegangen waren, lud Pater Ireneuz, der heutige Pfarrer, zu einem Spaziergang ans Meer ein. Die Straßenlokale lockten mit der Direktübertragung vom Endspiel der Fussball-WM. Der Regen hatte nachgelassen. Mit einem leicht turbulenten Nachtflug kam ich bis Moskau, von wo es 6.55 Uhr weiter nach Saratow gehen soll. Ich wollte nicht später fliegen, weil Mittwoch die nächste große Reise ansteht. (P.S. Dass diese Nacht die Zeit heftige Unwetter über Südrussland war, erfuhr ich einen Tag später aus den Nachrichten.)