Samstag, 8. September 2018

Der traditionelle Samstag in Vladikavkaz

Er war nicht ganz traditionell, der heutige Samstag. Nach der heiligen Messe am Morgen, in der wir den Geburtstag der Gottesmutter feierten, machte sich zwar die gesamte versammelte Pfarrgemeinde auf zum Picknick in die Berge, Pater Janusz und ich fuhren aber vorerst nicht mit. Wir kamen spaeter nach, denn fuer 10.00 Uhr hatten wir uns mit dem orthodoxen Bischof der Kaukasusrepublik, Erzbischof Leonid, verabredet. Er ist noch keine 50, war aber schon in verschiedenen Teilen der Erde im Auftrag des Moskauer Patriarchats der Russisch-orthodoxen Kirche eingesetzt, so in Jerusalem, Kairo und ganz Sued- und Mittelamerika. Erst vor zwei Jahren ist er nach Russland zurueckgekehrt. Das freundliche Gespraech dauerte eine dreiviertel Stunde. Es war meine erste Begegnung mit Erzbischof Leonid. Wir haben uns ein wenig kennengelernt und werden uns sicher bei meinem naechsten Besuch in Vladikavkaz wiedersehen, (vorausgesetzt, er ist dann nicht gerade unterwegs). Die Einladung zu seinem Geburtstag im naechsten Monat konnte ich leider nicht annehmen.

Nach diesem zweiten oekumenischen Akzent meiner diesjaehrigen Reise nach Nordossetien, ging es dann zu jung und alt der katholischen Gemeinde von Vladikavkaz. Eine lange Tafel im Freien war gedeckt. Das Wetter spielte prima mit. Wie immer gab es ossetische Pfannkuchen (so aehnlich wir Pizza), Schaschlyk, Tee aus dem Samovar, Kuchen, Wassermelone. Erstmals waren die Kinder aus dem hiesigen Caritaskinderzentrum mit einem kleinen Musik- und Tanzprogramm dabei. Man konnte spazieren gehen, sich unterhalten, spielen, ... den ganzen Tag hindurch. Als die Sonne schon tief stand, kehrten wir in die Stadt zurueck. Am Pfarrhaus wurde ausgeladen. Viele Male sagten wir uns beim Verabschieden: "Bis morgen!" Der Abend ist frei, aber nach der heutigen Dosis frischer Bergluft, wird er nicht allzu lange dauern.