Dienstag, 9. Oktober 2018

Gruß von der Peripherie

Ja, die gibt's auch noch, die Peripherie. Es wird unheimlich viel geredet und geschrieben. Ein Bischof sagte mir unlängst, er nehme jede Woche einen halben Tag frei, um zu lesen: kirchliche Dokumente und Nachrichten aus der Welt. Er komme nicht nach mit Lesen. Wer kommt nach? Während also täglich tsunamihohe Wortschwälle über uns zusammenschlagen und wir selber eifrig mitfabrizieren, fährt Pater Ondrej still nach Tschornaja Padina. 4 Stunden braucht er für die üblen 200 km, um ein paar Omis zu besuchen, die in einem Dorf ehemals aus Litauen Verbannter, in der russischen Wolgasteppe auf ihn warten. Papst Franziskus ruft oft dazu auf, an die Peripherie zu gehen, zu denen, die dir nichts dafür geben können, dass du ihnen etwas schenkst. "Vergelt's Gott!"