Dienstag, 6. November 2018

Was sich an Wolga und Neva tut

Wenn ein staatlicher Feiertag in Russland auf einen Sonntag fällt, kann es leicht vorkommen, dass auch der anschließende Montag noch frei ist, zur "Wiedergutmachung" sozusagen. So war es auch gestern. Das dadurch entstandene lange Wochenende nutzend, trafen sich katholische Jugendliche aus dem Bistum gleich in zwei Großstädten an der Wolga: ausländische Studenten in Wolgograd (oben) und die Dekanatsjugend der mittleren Wolga in Samara (unten). Ich habe, abgesehen von diesen zwei Fotos, nicht viel von den Treffen mitbekommen. Da ich aber unsere mit der Jugendseelsorge Beauftragten kenne, bin ich überzeugt, dass die Treffen gut waren und den jungen Leuten gefallen haben. Heute mußten alle wieder zur Schule, Uni oder Arbeit.
Mein Tag im wolkenverhangenen Sankt Petersburg ist von Gesprächen und Briefen bestimmt. Zudem stecke ich noch in so manchen Vorbereitungen für morgen und übermorgen. Als ich eben von einer Vorbesprechung der liturgischen Feier zum 25. Jahrestag der Wiederentstehung des Priesterseminars den langen Korridor entlang ging, fiel Licht aus dem Zimmer des Moskauer Erzbischofs, in dem die Pastoralkommission der Bischofskonferenz tagt, (Foto). Draußen im Hinterhof kann man die Pfarrkirche (einst Kathedrale) erkennen. Sie hat nicht nur keinen Turm, sondern ist von der Straße aus überhaupt nicht zu sehen.
Zum Abschluss des Tages hatten Pater Diogenes und ich die beiden Seminaristen aus unserem Bistum zur Pizza eingeladen. Jeder, der im Seminar studiert hat, kann sich vorstellen, dass das eine kleine, nicht alltägliche Freude ist, essen zu gehen. Dazu noch hier, in der 5-Millionen-Stadt!
In Sankt Petersburg steht das einzige katholische Priesterseminar für ganz Russland. (Zur Zarenzeit gab es auch eins in Saratow.) Leider sind es nur sechs junge Leute, die hier für die vier russischen Diözesen studieren. Dazu noch zwei Ordensleute, die aber nicht im Haus wohnen.